Parteien kompakt: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Die Sozialdemokratische
Partei Deutschlands sieht ihre Wurzeln
in der sich 1848 formierenden
Arbeiterbewegung. 1875 schlossen sich
mehrere Organisationen zur
sozialistischen Arbeiterpartei zusammen,
die seit 1890 SPD heißt. Nach mehrfachen
Umbenennungen und Spaltungen formiert
sie sich nach dem Krieg in
Westdeutschland als demokratische
Volkspartei. Im Osten erfolgt die
Zwangsvereinigung mit der KPD zur SED
(heute
PDS).Von 1969 bis 1982 stellte die SPD die Bundeskanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt. Bei der Bundestagswahl 1998 gelang es der SPD, mit dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder als Kanzlerkandidat, die regierenden Christdemokraten unter Kanzler Helmut Kohl durch eine unmittelbare Entscheidung der Wähler abzulösen. Regierungswechsel fanden in Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum statt, welches auch in 2005 zur vorgezogenes Neuwahl führt. Am 18. September will die SPD mit Bündnis 90/Die Grünen wieder zur stärksten Fraktion werden und eine Regierungskoalition bilden. Die von Kanzler Schröder begonnene Reform AGENDA 2010 soll fortgesetzt werden.
"Ich will mich messen lassen an der signifikanten Reduzierung der Arbeitslosigkeit."(Schröder-Zitat, August 1998)
Kernpunkte aus dem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2005
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Arbeit / Wirtschaft |
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| • Arbeitslosengeld | Beim ALG II sollen gleiche Regelsätze in Ost und West gelten. |
| • Kündigungsschutz | Beim Kündigungsschutz soll es keine Änderungen geben. |
| • Mitbestimmung | Auch hier soll es keine Eingriffe geben. |
| • Mindestlohn / Lohnkonzepte | Tarifvertragsparteien sollen bundeseinheitliche Mindestlöhne vereinbaren, sonst sollen diese gesetzlich geregelt werden. |
| • Sonstiges | Weiterbildung soll gefördert werden. Dienstleistungsrichtlinie soll mehr Schutz vor Wettbewerb bieten. |
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Steuern |
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| • Einkommensteuer | Der Tarif wird um eine drei Prozentpunkte höhere Steuer für Spitzenverdiener ab € 250 000 Jahreseinkommen ergänzt. |
| • Mehrwertsteuer | gleich bleibend |
| • Steuervergünstigungen / Subventionen | Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge bleiben steuerfrei. |
| • Unternehmensbesteuerung | Einheitliche Besteuerung von Unternehmen. Körperschaftsteuersatz soll nur bei voller Gegenfinanzierung von 25 auf 19 % sinken. |
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Gesundheit / Rente |
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| • Krankenversicherung | Bei der geplanten Bürgerversicherung zahlt jeder (auch Beamte und Selbstständige) entsprechend seiner Leistungsfähigkeit ein. Kapitalerträge werden zur Finanzierung herangezogen, Mieteinnahmen nicht. |
| • Pflegeversicherung | Sie soll zur Pflege-Bürgerversicherung ausgebaut werden. |
| • Rente | Das Rentenalter soll faktisch auf 65 Jahre angehoben werden. |
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Energie / Umwelt |
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| • Allgemein | Die SPD will den Atomausstieg fortsetzen und erneuerbare Energien weiter ausbauen. Die Subventionen bei der Kohle sollen beibehalten werden, die Verkehrsinfrastruktur soll ausgebaut werden und die Mautpflicht auch auf ausgewählten Bundesstraßen eingeführt werden. |
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Bildung |
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| • Studiengebühren | Studiengebühren sind nicht geplant. Das Bafög soll beibehalten werden. Eliteuniversitäten sollen gefördert werden. |
| • Schule | Ganztagsschulen sollen ausgebaut werden. In Kindertagesstätten soll es gemeinsame Bildungsstandards und -ziele geben. |
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Familie |
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| • Allgemein | Das Erziehungsgeld soll in ein für ein Jahr zu zahlendes Elterngeld mit Einkommensersatzfunktion umgewandelt werden. Es soll ein Rechtsanspruch für die Tagesbetreuung von Kindern ab dem zweiten Lebensjahr erreicht werden. Kindertagesstätten sollen nicht mehr gebührenpflichtig sein. |
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Außenpolitik/Sicherheit |
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| • Allgemein | Die SPD befürwortet einen EU-Beitritt der Türkei. Sie strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Partei propagiert ein "selbstbewusstes und friedliches Deutschland" und betont, dass Sicherheit "nicht allein aus militärischer Stärke" bestehe. Betont werden Konfliktprävention, Krisenbewältigung und eine Stärkung der Entwicklungshilfe. |
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Quelle/Textauszüge: handelsblatt.com |
