Kurt Georg Kiesinger: Große Koalition (4)
Nach dem Rücktritt der FDP-Minister aus dem zweiten Kabinett Ludwig Erhards im November 1966 kam es zur Bildung einer großen Koalition aus CDU/CSU und SPD; Kiesinger wurde am 1. Dezember 1966 mit 340 gegen 109 Stimmen (bei 23 Enthaltungen) vom Bundestag zum Bundeskanzler gewählt; Außenminister wurde Willy Brandt. Die große Koalition setzte sich aus 8 Ministern der CDU, 3 der CSU und 9 Ministern der SPD zusammen. Im März 1967 übernahm Kiesinger auch den Bundesvorsitz der CDU den er bis 1971 innehatte.
Kiesingers Regierungsprogramm zielte innenpolitisch vor allem auf eine
wirtschaftliche Neuorientierung sowie auf Reformen in der Sozialpolitik
und im Strafrecht ab; und gegen den Widerstand der FDP und der außerparlamentarischen
Opposition (APO) verabschiedete die große Koalition am 30. Mai 1968
die Notstandsgesetze. In der Außenpolitik bemühte sich Kiesinger um
eine Verbesserung der Beziehungen zu den Staaten des Ostblockes und
leitete damit die Weichenstellung in Richtung auf eine neue Ostpolitik
ein.Foto: © Tübinger Stadtfriedhof (tuepps.de)
Jedoch wurde seit März 1969 die Regierung Kiesinger zunehmend durch die Meinungsverschiedenheiten der Koalitionspartner um die Aufwertung der dem gelähmt. Nach den Wahlen zum sechsten Bundestag im September 1969, die zur Bildung einer sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt führten, trat Kiesinger am 20. Oktober 1969 zurück. Während seiner Amtszeit sah sich Kiesinger immer wieder heftigen Angriffen seitens der Öffentlichkeit wegen seiner früheren Mitgliedschaft in der NSDAP und seiner Tätigkeit für das nationalsozialistische Regime ausgesetzt. Von 1969 bis 1980 gehörte Kiesinger erneut dem Bundestag an; er starb am 9. März 1988 in Tübingen.
Quelle/Bildnachweis:
Bücher
- Guido Knopp: KANZLER – Die Mächtigen der Republik
- Horst Pötsch: Deutsche Geschichte von 1945 bis zur Gegenwart
Internet
- schloss-hamborn.de (Schloss Hamborn, Hamborn)
- rudow-gkv.de (GKV Web, Berlin)
- bundeskanzler.de / bundeskanzlerin.de (Offizielle Homepage der Bundeskanzlerin, Berlin)
