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Ludwig Erhard: Soziale Marktwirtschaft (3)

 

„Wohlstand für Alle" das war sein wirtschaftspolitischer Leitgedanke. Ehrgeizig setzte er sein Konzept der „Sozialen Marktwirtschaft in die Wirklichkeit um. Er konnte damit die Bundesrepublik aus den ökonomischen Fesseln der brachliegenden Wirtschaft befreien und in bessere Zeiten führen. Jedoch hat Erhard den Ruf als „Vater des deutschen Wirtschaftswunders häufig zurückgewiesen. Er hat erklärt, dass die Erfolge seiner Politik kein Wunder, sondern Folge einer gut bedachten Konzeption und konsequenter Politik seien.

Zwei Grundzüge sind Kennzeichen seiner Sozialen Markwirtschaft: Erhards wirtschaftspolitische Grundlage ist die Marktwirtschaft, wie sie theoretisch seit Adam Smith entwickelt wurde. Erhards Überzeugung war aber, dass marktwirtschaftliche Politik jederzeit sorgfältig auf die jeweiligen sozialen Verhältnisse abgestimmt sein muss. Marktwirtschaft fördert die Effizienz der Wirtschaft. Die Politik der Sozialen Marktwirtschaft hat dafür zu sorgen, dass sich zugleich mit der Herstellung und Vervollkommnung der marktwirtschaftlichen Ordnung auch die soziale Lage der Bevölkerung verbessert und sich „Wohlstand für Alle ausbreitet.


Erhard hat dies erreicht, indem er bei jeder aufkommenden Frage nach systematischen marktwirtschaftlichen Lösungen gesucht und punktuelle staatliche Interventionen ausgeschlossen hat. Heute fürchten Wissenschaftler, dass die Politik, bei solchen sozialen Rücksichtnahmen, ihr Ziel möglichst schnell und in vielen Wirtschaftsbereichen marktwirtschaftliche Verhältnisse einzuführen, aus den Augen verliert. Sie plädieren deshalb für eine prinzipielle markwirtschaftliche Politik ohne soziale Rücksichtnahmen. Politiker, die diesen Empfehlungen folgen, spüren jedoch schnell die Grenzen der Belastungsfähigkeit der Bevölkerung.

Ludwig Erhard mit seinem Buch „Wohlstand für Alle"Neben der spezifischen Betrachtungsweise von Aufgaben und Methoden der Wirtschaftspolitik ist für Erhards Soziale Marktwirtschaft eine über die reine Wirtschaftspolitik hinausgehende Sicht kennzeichnend. Erhard hat die Wirtschaft als einen zentralen Lebensbereich angesehen, der angemessen geordnet sein muss, damit sich die gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen zufrieden stellend entwickeln und Kultur und Humanität eine feste Verwurzelung erhalten. Wirtschaften war für Erhard nur Mittel zur Sicherung der Existenz, aber kein Selbstzweck. Erhard hat den weit verbreiteten Hang zu Materialismus entschieden bekämpft.

Quelle/Bildnachweis:
Bücher
- Guido Knopp: KANZLER – Die Mächtigen der Republik
- Horst Pötsch: Deutsche Geschichte von 1945 bis zur Gegenwart
Internet

- hdg.de (Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn)
- les.bildung-rp.de (Ludwig-Erhard-Schule, Neuwied)
- dhm.de (Deutsches Historisches Museum, Berlin)
- bundeskanzler.de / bundeskanzlerin.de (Offizielle Homepage der Bundeskanzlerin, Berlin)

Foto: © Deutsches Historisches Museum, Berlin, Inv.-Nr.: BA 59/2283

 


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